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Vermittlung und verantwortungsvolle Abgabe 2026

Am Anfang jeder Vermittlung und Abgabe stehen diese Fragen:

Vermittlung und Abgabe, Seit 1. Januar 2017 gibt es keine schweizweit obligatorischen Hundekurse mehr. Das Parlament hat sich für die Abschaffung der obligatorischen SKN-Kurse entschieden. Dies gilt sowohl für den theoretischen wie auch für den praktischen Sachkundenachweis.
Für Halter von bewilligungspflichtigen Hunden (Hunde mit erhöhtem Gefährdungspotenzial, sog. Listenhunde) besteht ihn einigen Kantonen nach wie vor eine Kurs- und Prüfungspflicht.
  • Sind wir beziehungsweise bin ich wirklich bereit?
  • Erfülle ich beziehungsweise erfüllen wir sämtliche Voraussetzungen?
  • Welcher Hund passt zu meinem Leben?

Können Sie jede dieser Fragen bejahen und sind Sie bereit für eine laaaaaaaaaaaange Freundschaft, führt der nächste Weg idealerweise ins Tierheim. Finden Sie dort nicht den passenden Hund, wenden Sie sich anschließend an einen vertrauenswürdigen Züchter.


Was vor der Anschaffung eines Hundes zu bedenken ist

Theoriekurs und Sachkundenachweis bei Vermittlung und Abgabe

Seit dem 1. Januar 2017 sind Hundekurse in der Schweiz nicht mehr landesweit obligatorisch. Das Parlament beschloss, die verpflichtenden SKN-Kurse abzuschaffen. Davon betroffen sind sowohl der theoretische als auch der praktische Sachkundenachweis.
Für Halter bewilligungspflichtiger Hunde – also Hunde mit erhöhtem Gefährdungspotenzial, sogenannte Listenhunde – gilt in einigen Kantonen weiterhin eine Kurs- und Prüfungspflicht.
Gerade Menschen, die erstmals einen Hund halten möchten, sollten freiwillig einen Kurs besuchen. Dort lernen sie, ihren Hund artgerecht zu erziehen und im Alltag rücksichtsvoll zu führen.

Kurs und Nachweis lassen sich bequem von zu Hause aus über
„SKN-Online.ch“ absolvieren.


Einen Hund aus dem Tierheim aufnehmen

Erkundigen, kennenlernen und gemeinsam spazieren

  • Informieren Sie sich gründlich über Ihren Wunschhund, wenn Sie ihn aus einem Tierheim übernehmen möchten. Im Idealfall kann Ihnen das Tierheimpersonal Auskunft über Charakter, Vorlieben, Gesundheitszustand, Vorgeschichte und besondere Bedürfnisse des Hundes geben.
  • Unternehmen Sie bereits vor Ihrer «Adoptionszusage» einen Spaziergang mit dem Tierheimhund.
  • Lernen Sie den ausgewählten Hund bei mehreren Besuchen im Tierheim kennen, bevor Sie ihn abholen.


Voraussetzungen für eine passende Haltung

Familie, Vermieter, Wohnung und Zuhause

  • Trägt die gesamte Familie die Entscheidung mit?
  • Ist die Hundehaltung in Ihrem Miet-Haus beziehungsweise in Ihrer Miet-Wohnung gestattet?
  • Besitzen Sie ein Eigenheim mit Garten und können akzeptieren, dass Ihr Hund dort Löcher gräbt?
  • Ist für Sie selbstverständlich, dass der Hund als zusätzliches Familienmitglied vollständig integriert wird und mit Ihnen im ganzen Haus lebt?
  • Sind alle Familienmitglieder frei von Hundeallergien – auch nicht haarende Hunde können allergische Reaktionen auslösen!?
  • Können Sie damit umgehen, dass ein Welpe gelegentlich Dinge wie Schuhe oder sogar Möbel ankaut?
  • Haben Sie bei Ihrer Gemeinde geklärt, welche Vorschriften an Ihrem Wohnort für Hunderassen und Hundehaltung gelten?


Zeitaufwand, laufende Kosten und Steuern

  • Können Sie jeden Tag für Ihren Hund da sein? Isolation und dauerhaftes Alleinsein gehören zu den gravierendsten Haltungsfehlern und können Verhaltensstörungen verursachen.
  • Sind Sie bereit, täglich und bei jedem Wetter ausgedehnte Spaziergänge zu machen?
  • Haben Sie die monatlichen Ausgaben für Tierarzt, Futter, Steuern, Ausbildungskurse etc. eingeplant? Hunde verursachen Kosten, und der Anschaffungspreis ist dabei der kleinste Posten. Über ein Hundeleben fallen min. 20’000 Franken an.


Verantwortung, Abwesenheiten und Ferien

  • Können Sie die Verantwortung für das gesamte Hundeleben von 10 – 16 Jahren übernehmen?
  • Kann Ihr Hund Sie in die Ferien begleiten, oder steht ihm zumindest ein guter Ferienplatz zur Verfügung?
  • Gibt es jemanden, der den Hund bei Krankheit, Unfall oder anderen Ereignissen versorgt?
  • Wenn Sie sämtliche vorangegangenen Fragen mit Ja beantworten, können Sie den nächsten Schritt angehen.


Wesen und Temperament der Rasse

Den Kauf eines reinrassigen Welpen planen

Grösse, ursprüngliche Aufgaben, Verhalten und Pflege

  • Beschäftigen Sie sich bei den verschiedenen Hunderassen nicht nur mit Aussehen, Fellpflege und Endgrösse, sondern vor allem mit der ursprünglichen Aufgabe der jeweiligen Rasse. Auch ihre typische Arbeitsweise verrät viel darüber, welches Verhalten zu erwarten ist. Wird eine Rasse z.B. als «wachsam» beschrieben, deutet diese genetisch verankerte Eigenschaft auf häufigere Lautäusserungen hin.
  • Holen Sie den Rat einer unabhängigen, kompetenten Fachperson wie HundetrainerIn oder TierpsychologIn ein; das lohnt sich meist.
  • Entscheiden Sie anschließend, welche Rasse zu Ihnen passt. Individualität, Charakter und die Bedürfnisse der Rasse sind dabei wesentlich.


Züchter, Elterntiere, Herkunft und Gesundheit

  • Suchen Sie anschließend nach verantwortungsvollen Zuchtbetrieben, die neben Gesundheit und Wesen der Elterntiere besonders auf eine sorgfältige Verpaarung und eine Aufzucht nach aktuellen Erkenntnissen achten. Die ersten 14 Wochen im Hundeleben – gerechnet ab der Entstehung des Lebens im Mutterleib – gelten als wichtigste und prägende Phase für das spätere Leben. Informationen erhalten Sie außerdem bei Rasseclubs, Hundesportvereinen, der SKG sowie bei geprüften Tierpsychologischen BeraterInnen oder HundetrainerInnen.
  • Verantwortungsvolle Züchter bilden sich laufend weiter und verfügen über aktuelles Grundlagenwissen zu Hunden. Der Hinweis auf eine Zucht „schon immer“ und jahrelange Erfahrung allein genügt heute nicht mehr als Beleg für Seriosität.
  • Kaufen Sie einen Welpen ausschließlich aus einer vorbildlichen Zucht, in der Sie die Mutterhündin zusammen mit ihren Welpen besuchen und beobachten dürfen. Idealerweise leben dort weitere verwandte erwachsene Hunde in einem echten Rudel, und sämtliche Hunde nehmen am Familienalltag teil, wohnen also im Haus.
  • Vergewissern Sie sich, dass der Züchter jeweils nur einen Wurf gleichzeitig aufzieht.
  • Der Züchter trägt die Verantwortung dafür, dass die Welpen in jeder Lebenswoche sinnvolle und positive Erfahrungen sammeln: mit Ruhephasen, Kuschelzeiten, Innen- und Aussenbereichen einschließlich Sonnenlicht, Autofahrten mit Mutter und Geschwistern zu schönen ruhigen Orten samt kurzem Erkundungsspaziergang, Brustgeschirr und Leine, unterschiedlichen Menschentypen, anderen Tieren, alltäglichen Haushalts-Geräuschen, verschiedenen Bodenstrukturen sowie unterschiedlichen Futterarten in ausreichend vielen Schüsseln, damit keine Futterkämpfe entstehen!
  • Erkundigen Sie sich, wo der Vater der Welpen lebt, und versuchen Sie festzustellen, welche erblichen Merkmale – etwa ängstlich, bellfreudig, jagdlich motiviert, reserviert, ruhig, anhänglich oder freundlich etc. – er und die Mutter mitbringen. Genetische Anlagen lassen sich später nicht einfach weg erziehen.
  • Wählen Sie ausschließlich gesundheitlich untersuchte, saubere und fröhliche Welpen, die einen Microchip tragen – ab der 12. Lebenswoche obligatorisch – und bei ANIS registriert sind.


Der Kaufvertrag

  • Bestehen Sie unbedingt auf einem schriftlichen Kaufvertrag.
  • Ein seriöser Züchter nimmt in den Kaufvertrag eine Klausel zu seinem eigenen (Vor-)Rückkaufsrecht auf. So kann der Käufer den Welpen oder erwachsenen Hund nicht beliebig an Dritte weitergeben.
  • Prüfen Sie bitte, dass Ihr Vertrag weder ein Zuchtrecht noch eine Verpflichtung zur Kastration enthält!


Der richtige Abgabetermin

  • Nach aktuellen verhaltensbiologischen Erkenntnissen von Miklosi, Bradshaw, Serpell und Ganslosser liegt ein sinnvoller Abgabetermin für Welpen aus harmonischer Aufzucht ungefähr in der 12. bis 13. Lebenswoche. Bis dahin laufen wichtige Lernprozesse ab: die Entwicklung der Beisshemmung, Beobachtungslernen durch Nachahmung und soziales Spiel in der eigenen Familie, das den Persönlichkeitsfaktor «Geselligkeit» fördert. Erst ab der 14. Lebenswoche können Welpen lernen, sich mental an andersartige Partner zu binden – vorausgesetzt, der Mensch erweist sich als attraktiver Bindungspartner. Eine frühere Übernahme ist deshalb keineswegs sinnvoll, sondern im Gegenteil nachteilig.
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